Praxis Markus Dörrer

                                Heilpraktiker für Psychotherapie

 

Autismus - Was ist das?


Nach der internationalen Klassifikation psychischer Störungen (ICD 10)  

ist Autismus als tiefgreifende Entwicklungsstörung klassifiziert.

Bis dato unterscheidet man zwischen  drei Formen von Autismus, wie unten aufgeführt.

Mit Veröffentlichung der neuen Fassung ICD-11, wird diese Unterscheidung aufgehoben

und allgemein als "Autismus-Spektrum-Störung" geführt.

Da bei einer Autismus Diagnose meist Auffälligkeiten in verschiedenen "Typen" erkennbar sind

ist eine "strikte" Unterteilung in der Regel nicht zielführend, sondern kann aufgrund von Vorurteilen

sogar abwertend für den Betroffenen sein. (z.B. Asperger-Autismus - siehe Vorurteile).

Als Grundlage einer tiefgreifenden Entwicklungsstörung nennt die WHO folgende Kriterien:

 

"Diese Gruppe von Störungen ist gekennzeichnet durch qualitative Abweichungen in den

1. wechselseitigen sozialen Interaktionen und

2. Kommunikationsmustern und durch ein

3. eingeschränktes, stereotypes, sich wiederholendes Repertoire von Interessen und Aktivitäten.


Diese qualitativen Auffälligkeiten sind in allen Situationen ein grundlegendes Funktionsmerkmal

des betroffenen Kindes. Sollen alle begleitenden somatischen Zustandsbilder und eine

Intelligenzminderung  angegeben werden, sind zusätzliche Schlüsselnummern zu benutzen.

 

Frühkindlicher Autismus

Diese Form der tief greifenden Entwicklungsstörung ist durch eine abnorme oder beeinträchtigte

Entwicklung definiert, die sich vor dem dritten Lebensjahr manifestiert. Sie ist außerdem

gekennzeichnet durch ein charakteristisches Muster abnormer Funktionen in den folgenden

psychopathologischen Bereichen:  

in der sozialen Interaktion, der Kommunikation und im eingeschränkten stereotyp repetitiven

Verhalten.  

Neben diesen spezifischen diagnostischen Merkmalen zeigt sich häufig eine Vielzahl unspezifischer

Probleme, wie Phobien, Schlaf- und Essstörungen, Wutausbrüche und (autodestruktive) Aggression. 

(Orginaltext ICD-10) 

 

Asperger Autismus 

Diese Störung von unsicherer nosologischer Validität ist durch dieselbe Form qualitativer

Abweichungen der wechselseitigen sozialen Interaktionen, wie für den frühkindlichen

Autismus typisch,charakterisiert, zusammen mit einem eingeschränkten, stereotypen, sich

wiederholenden Repertoire von Interessen und Aktivitäten. Die Störung unterscheidet sich vom

Autismus in erster Linie durch fehlende allgemeine Entwicklungsverzögerung bzw. den fehlenden

Entwicklungsrückstand der Sprache und der kognitiven Entwicklung. Die Störung geht häufig mit einer

auffallenden Ungeschicklichkeit einher. Die Abweichungen tendieren stark dazu, bis in die Adoleszenz

und das Erwachsenenalter zu persistieren. Gelegentlich treten psychotische Episoden im frühen

Erwachsenenleben auf. 

(Orginaltext ICD 10) 

 

 A-typischer Autismus 

Diese Form der tief greifenden Entwicklungsstörung unterscheidet  sich vom frühkindlichen Autismus

entweder durch das Alter bei Krankheitsbeginn oder dadurch, dass die diagnostischen Kriterien

nicht in allen genannten Bereichen erfüllt werden. Diese Subkategorie sollte immer dann verwendet

werden, wenn die abnorme oder beeinträchtigte Entwicklung erst nach dem dritten Lebensjahr

manifest wird und wenn nicht in allen für die Diagnose Autismus geforderten

psychopathologischen Bereichen (nämlich wechselseitige soziale Interaktionen, Kommunikation und

eingeschränktes,
stereotyp repetitives Verhalten) Auffälligkeiten nachweisbar sind, auch wenn charakteristische

Abweichungen auf anderen Gebieten vorliegen. Atypischer Autismus tritt sehr häufig bei schwer

retardierten bzw. unter einer schweren rezeptiven Störung der Sprachentwicklung leidenden

Patienten auf.

(Orginaltext ICD-10) 


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Vermutlich werden Sie nach diesen Beschreibungen das "Eine oder Andere" an sich oder ihren Kindern,

Partnern etc. feststellen. Das ist nicht unüblich, ist aber nicht automatisch mit Autismus als Störungsbild

begründbar.


Beispiel: Wenn sie ohne ihren Morgenkaffee nicht richtig funktionieren, ist das stereotypes Verhalten im

Rahmen einer Autismus-Spektrum-Störung, oder ist es doch nur eine Marotte, Gewohnheit oder

neurotisches Verhalten?


Anhand dieses kleines Beispiel erkennen Sie schon, wie schwer es ist, Auffälligkeiten in den richtigen

Kontext zu setzen. Das widerum schafft auch oft Verunsicherung, die mit jeder neuen Information Eltern

und  Betroffene immer weiter verzweifeln lässt. Scheuen Sie sich nicht mit mir in Kontakt zu treten wenn

Sie den Verdacht haben, dass Ihr Kind oder Partner / Angehöriger etc.

1. durchgängige (länger als sechs Monate andauernd) und

2. schwerwiegende (beeinträchtigt die Lebensführung auffällig und mitunter stark normabweichend)

Auffälligkeiten aufweist, wie oben beschrieben.


Vereinbaren Sie einfach ein unverbindliches Beratungsgespräch!